Das Dampfbier
Um die Jahrhundertwende waren im bayerischen Wald Weizen und Hopfen ein rarer
Rohstoff. Wolfgang Pfeffer braute trotzdem ein hervorragendes obergäriges Bier,
das "Dampfbier". Er verwendete kein Weizenmalz sondern nur Gerstenmalz
von leicht bräunlicher Farbe. Mit dem teuren Hopfen mußte natürlich gespart
werden. Die Gärung mit obergäriger Hefe verlief rasch in hölzernen,
offenen Bottichen bei Temperaturen von 18- 20° C. Dadurch kam es zu einer heftigen,
schnellen Kohlensäureentwicklung, die an der "Decke" (Schaum über der
Flössigkeit) große Gasblasen entstehen ließ. Diese zerplatzten von Zeit
zu Zeit, so daß der Eindruck entstand, "das Bier dampft".
Der Name "Dampfbier" war geboren!
Nach der Gärung wurde es in große hölzerne Lagerfässer gefüllt.
Diese standen in den weit in den Berg gehauenen Felskellern, die auch heute noch
in Betrieb sind. Die Entlüftungsschächte sind über zehn Meter durch
Erdreich und Felsen gehauen und mit einer Trockenmauer gesichert worden.
Sie sind heute noch vor dem Eingang zur historischen Erlebnisbraustätte zu besichtigen.
Zum 100-jährigen Jubiläum der Brauerei 1989 wurde das Dampfbier nach
den überlieferten Rezepturen des Wofgang Pfeffer original wieder eingebraut.
Es reift seit dem nach wie vor in den alten, tiefen Felskellern.
Bereits die Babylonier 3000 Jahre vor Christus wußten, wie Bier zubereitet
wird.
Grundlegend gilt: Man verwandle Gerste in Malz, koche sie in Wasser, seie
die Brühe ab und versetze sie mit Hefe. Diese verwandelt Zucker in Alkohol und
Kohlendioxid, und fertig ist das Bier, Weil dieses Bier in seiner Urform nicht
immer mundete, verwendete man bald Zutaten wie Koriander, Rosmarin, Ingwer, und
dergleichen mehr, bis man im Mittelalter auf den Hopfen kam. Hopfen, aus der
Familie der Cannabispflanzen gibt dem Bier Aroma, den Bittergeschmack und hilft,
es zu konservieren. Die Details des Bierbrauens sind genau so umfangreich, wie
die verschiedenen Bierssorten.
